Das Betriebsklima im Ministerium sei unter Dirk Niebel besser geworden, schreibt Der Spiegel (wie gewöhnlich in der Erscheinenswoche noch nicht online). Es werde in seiner Gegenwart sogar gelacht. Feine Sache.
Weniger begeistert sind Niebels Beamte dagegen über den politischen Start des Ministers. Der frühere FDP-Generalsekretär geht forsch daran, die Entwicklungspolitik im Sinne der FDP-Programmatik umzumodeln, parteipolitische Vorurteile inklusive. Unbeeindruckt von internationalen Festlegungen und außenpolitischen Interessen Deutschlands pflügt der Liberale durch das ihm gänzlich fremde Arbeitsfeld. Langjährig vorbereitete Projekte wie die weltweite Finanztransaktionsteuer will der Mann im Eilverfahren kippen. Aus der multilateralen Entwicklungspolitik möchte er am liebsten aussteigen, und ob Deutschland finanzielle Zusagen für die Armen erfüllt, scheint ihm gleichgültig zu sein.
Und weiter:
Auch andere “altbekannte FDP-Positionen” (Niebel) verfolgt der Ressortchef unbekümmert, selbst wenn er damit im Abseits landet. Die Entwicklungshilfe für China werde eingestellt, dekretierte Niebel unmittelbar nach Amtsantritt. Tatsächlich wird Deutschland noch Jahre weiterzahlen.
[Was die Einstellung der finanziellen Hilfe für China angeht: Dirk Niebel wehrt sich gegen die Darstellung, sie würde gar nicht eingestellt. Allerdings gegen die Darstellung der Bild, die vorwurfsvoll fragt: "Jetzt doch 20 Millionen Entwicklungshilfe für China?" Als Antwort gab es eine Pressemitteilung des Ministeriums: "Es bleibt dabei: Keine Entwicklungshilfe mehr für China. ... Selbstverständlich sollen dabei keinerlei Entwicklungsruinen hinterlassen werden. Alle zugesagten und in Gesprächen angekündigten Maßnahmen und Vereinbarungen werden ordnungsgemäß fortgeführt und umgesetzt."]