Gerade habe ich bei Facebook einen Kommentar unter einem der vielen Postings zu Judith Holofernes’ “Bild”-Kritik gelesen. Die Werbeagentur Dingsvondings hatte sie gefragt, ob sie nicht, wie Sido, Genscher, Gysi und Gottschalk usw., für “Bild” werben wolle, vergütet mit einer Spende für den guten Zweck. Sie lehnte mit deutlichen Worten ab (”Ich glaub, es hackt” usw.). Jedenfalls, der Facebook-Kommentar geht ungefähr so: Das grüne Milieu… sonst keine Eier, aber dann gegen “Bild” meckern, um sich die eigene Subversivität zu beweisen… Wie billig… Das ist also der Widerstand… bla bla bla.
Nachdem ich einen Tag lang überlegt habe, was ich davon zu halten habe, dass Holofernes zwar nicht bei Spendengalen, die sie nach eigener Aussage und auch glaubhaft meidet, aber eben doch durch einen Offenen Brief gegen “Bild” mit ihrer Haltung hausieren geht, bin ich jetzt sicher: Das passt schon. Schon deshalb, weil die einzige Alternative darin bestanden hätte, höflich abzusagen.
Und der Witz ist ja: Diese Typen, die fehlende Eier monieren, arbeiten am Ende ja doch immer alle und vor allem gerne bei Modezeitschriften, deren Chefredakteure das schwarze Model, das zunächst “Frau des Monats” sein sollte, am Ende der Produktion noch schnell gegen ein weißes austauschen. Weil, hey, irgendwie, können wir wegen der Mischung keine Schwarze dahinstellen und so, ha ha ha, Schulterklopfen, lass uns ma einen saufen gehen, ha ha ha, ja, geil, Chef, saufen, wohin? und so. Und dann nicken alle brav und featuren mit großen Geschichten und Coverfotos die Idioten, die auch bei jeder “Bild”-Kampagne dann gerne mitmachen (”fürn guten Zweck”). Da schlafen mir echt die Füße ein.