In der “In was für einem Land leben wir eigentlich?”-Rubrik des zu Unrecht hin und wieder als unpolitisch bezeichneten Magazins Neon (01/2010) ist unter der o.g. Überschrift ein Beitrag zur Unterstützung Kambodschas durch das Entwicklungsministerium erschienen.
Mit Geld und Personal unterstützte die Behörde das Land Kambodscha bei der Landtitelvergabe und der Neuordnung des von den Roten Khmer völlig zerstörten Katasterwesens. So sollte festgestellt werden, welche Personen Anspruch auf Grund und Boden haben. In diesem Verfahren übergeht die kambodschanische Regierung aber ganz systematisch den ärmsten Teil der Bevölkerung.
Amnesty International schrieb dazu im Oktober:
“Der Boeung Kak See ist eine beliebte Touristengegend in der Hauptstadt Kambodschas. An seinem Ufer leben aber auch fast 20.000 Menschen. Ihnen allen droht die Vertreibung. Jederzeit können, ohne Vorwarnung, die Bagger anrücken. Seit einem Jahr füllt die Firma Shukaku in Absprache mit der Stadtverwaltung den See mit Sand auf, um dort “angenehme Wohnviertel” zu bauen. Der steigende Wasserpegel setzt zahlreiche Hütten unter Wasser, andere rutschen ab oder fallen in sich zusammen. Die Betroffenen wurden weder informiert noch angehört. Die meisten leben schon so lange dort, dass sie nach kambodschanischem Recht Anspruch auf eine Eintragung ins Grundbuch haben.”
Die Bundesregierung müsse, wie andere Geberländer, darauf achten, “dass keine Menschenrechtsverletzungen finanziert werden”.
Immerhin, so Neon weiter, habe das Entwicklungsministerium Kambodscha aufgefordert, eine “friedliche Lösung” für die Landstreitigkeiten zu finden.