“In der Entwicklungspolitik brauchen wir Investitionen statt Gutmenschen.” Sagt Dirk Niebel. “Wer wirtschaftliche Interessen verfolgt, wird alles Nötige unternehmen, damit sein Engagement, sein Investment nicht verloren geht.”
Der Gutmensch ist mal wieder schuld. Nicht der IWF, nicht die Weltbank, nicht die Trottel, die irgendwann mal verfügt haben, dass Entwicklung bedeute, dass zunächst einmal europäische Bauern geschützt werden müssen, nein, der Gutmensch.
Zu ihm hat Christian Nürnberger im SZ-Magazin vor kurzem einiges gesag. Er erklärte den Gutmenschen am Beispiel des 93-jährigen Stéphane Hessel, der sich gerade in einem Manifest darüber empört, “dass die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter aufgeht” usw., was Hessel im Grunde zu einem typischen Gutmenschen macht, wie auch Nürnberger schlussfolgert:
“Er war Mitglied des französischen Widerstands, wurde von der Gestapo gefoltert und überlebtedas KZ. Schon damals hat es das Wort Gutmensch gegeben. Es wurde wohl von den Nazis gegen die Anhänger des Grafen Galen verwendet, die gegen die Tötung körperlich und geistig Behinderter gekämpft haben. Man sollte also künftig die Bezeichnung Gutmensch als Ehrentitel und Adelsprädikat führen, denn eines ist gewiss: Wenn wir irgendwo auf der Suche nach Lösungen für das Überleben auf diesem Planeten fündig werden wollen, werden wir diese eher bei Klimaschützern, Vegetariern, Veganern, Biobauern, Friedensbewegten, Tierschützern, Grünen, Sozialdemokraten, Kirchen und Gewerkschaften finden als beim deutschen Ableger der Sarah-Palin-Fraktion.”
