Gordon Repinski hat für die TAZ ein Fazit der Entwicklungspolitik nach, so ungefähr, 100 Tagen Dirk Niebel gezogen – und es fällt ziemlich vernichtend aus. Anlass ist die OECD-Rüge für Deutschland, vor allem aber hat er sich mit der Personalpolitik Niebels befasst.
Knapp vier Monate nach seinem Amtsantritt ist das Ministerium personell umgekrempelt: auf FDP-Parteilinie gebracht. Niebels Motto lautet “Loyalität kommt vor Fachlichkeit” – dies sagt er sogar offen vor den MitarbeiterInnen seines Hauses.
Über seine jüngste Entscheidung, den “in Entwicklungskreisen geschätzte(n) Leiter des Bereichs Internationale Organisationen, Adolf Kloke-Lesch, … durch den 59-jährigen und fachlich nahezu unerfahrenen FDP-Mann Friedel Eggelmeyer”, der “dem Panzerbataillon 33 in Neustadt am Rübenberge” angehöre, “dessen offizielles Abzeichen der Palme des Afrikakorps der Wehrmacht entlehnt ist“, schreibt Repinski:
In der nächsten Woche muss das Kabinett die Entscheidung absegnen – eine Zustimmung gilt nicht als gesichert. Selbst innerhalb der Regierungsfraktionen bilden sich Fronten gegen Niebels Entscheidung. “Wenn sich die Personalpolitik des Ministers nicht ändert, gibt es Krach”, heißt es aus Koalitionskreisen. Selbst eine offene Auseinandersetzung wird in der ohnehin zerstrittenen Koalition für möglich gehalten.